
Wenn ein Schuljahr zu Ende geht, bleiben nicht nur Zeugnisse, Termine und Stundenpläne zurück. Es bleiben Begegnungen, Erlebnisse, Herausforderungen und viele besondere Augenblicke. Das Schuljahr 2025/2026 war an der Heinrich-Pattberg-Realschule ein Jahr voller Bewegung – im wahrsten Sinne des Wortes, aber auch im übertragenen Sinn. Es wurde gelernt, gebaut, geforscht, gekocht, diskutiert, gereist, gefeiert und Abschied genommen. Vor allem aber zeigte sich immer wieder, was unsere Schule auszeichnet: eine lebendige Gemeinschaft, in der junge Menschen Verantwortung übernehmen, ihre Talente entdecken und gemeinsam über sich hinauswachsen.
Ein Schuljahresbeginn mit neuen Regeln und klaren Zielen
Gleich zu Beginn des Schuljahres trat eine neue Handyordnung in Kraft. Handys und Smartwatches sollten während der gesamten Schulzeit auf dem Schulgelände nicht mehr sichtbar genutzt werden. Die neue Regelung verfolgte ein klares Ziel: mehr Ruhe, Konzentration und ein respektvolleres Miteinander im Schulalltag. Die Nutzung digitaler Geräte blieb dort möglich, wo Lehrkräfte sie ausdrücklich für den Unterricht erlaubten. Damit setzte die Schule ein wichtiges Zeichen für einen bewussten Umgang mit digitalen Medien.
In den folgenden Wochen begann der Schulalltag zunächst ruhig. Hinter den Kulissen wurde jedoch bereits geplant, organisiert und vorbereitet. Viele der späteren Projekte zeigten, dass Lernen an der HPR weit über Schulbücher und Klassenarbeiten hinausgeht.
Vielfalt, Begegnung und Demokratie
Ein besonders farbenfrohes Beispiel dafür war das Projekt „Internationales Kochen“ der Deutschstartklasse. 21 Schülerinnen und Schüler bereiteten an vier Kochstationen zwölf Gerichte aus zehn Ländern zu. Weißrussische Draniki, gefüllte Paprika aus Griechenland, syrisch-irakisches Hähnchen, Sarma, afghanischer Milchreis und bosnisches Trilece verwandelten die Schulküche in einen Ort der kulturellen Begegnung. Gemeinsam wurde eingekauft, geschnippelt, gekocht, probiert und anschließend selbstverständlich aufgeräumt. Das Projekt zeigte auf besonders köstliche Weise: Sprache, Kultur und Gemeinschaft gehen manchmal tatsächlich durch den Magen.
Auch außerhalb der Schule übernahmen unsere Schülerinnen und Schüler Verantwortung. Beim 17. Moerser Jugendkongress beschäftigten sie sich selbstständig mit Fake News, Deepfakes, Geschlechterrollen und Diskriminierung. Sie diskutierten, entwickelten Lösungsideen und brachten ihre Perspektiven in das gemeinsame Plenum ein. Damit bewiesen sie, dass Demokratie nicht nur ein Unterrichtsthema ist, sondern von jungen Menschen aktiv mitgestaltet werden kann.
Die jüngsten Mitglieder unserer Schulgemeinschaft lernten unterdessen, wie wichtig Verantwortung im Straßenverkehr ist. In der Busschule übten alle fünften Klassen gemeinsam mit Polizei und NIAG das richtige Verhalten an Haltestellen und im Bus. Besonders eindrucksvoll war eine demonstrierte Gefahrenbremsung, durch die unmittelbar spürbar wurde, warum sicheres Stehen, Festhalten und gegenseitige Rücksichtnahme so wichtig sind.
Unterricht, der zum Entdecken einlädt
Wie kreativ Unterricht sein kann, bewiesen die Philosophiekurse des sechsten Jahrgangs. Im Rahmen der Unterrichtsreihe „Regeln und Gesetze“ entwickelten die Schülerinnen und Schüler eigene Gesellschaftsspiele. Dabei mussten sie nicht nur fantasievolle Spielideen erfinden, sondern auch faire, verständliche und widerspruchsfreie Regeln formulieren. Auf einer abschließenden Spielemesse wurden die Ergebnisse ausprobiert, diskutiert und weiterentwickelt. So wurden philosophische Fragen ganz praktisch erlebbar.
Auch im Französischunterricht standen Entdecken und Zusammenarbeit im Mittelpunkt. Beim Internet-Teamwettbewerb beschäftigten sich die Klasse 6a sowie die Französischkurse der Jahrgänge 7 und 8 mit Frankreich, der Frankophonie, Europa, Geschichte, Sport und gesellschaftlichem Engagement. Die Gruppen arbeiteten gemeinsam an digitalen Aufgaben und erreichten solide Platzierungen. Wichtiger als das Ergebnis waren jedoch die Freude an der Sprache und das gemeinsame Lösen der Herausforderungen.
Später brachte das FranceMobil französische Sprache und Kultur direkt in die sechsten Klassen. Spiele, Musik, Bilder und erste französische Sätze machten deutlich, dass Französisch weit mehr ist als Vokabellernen. Der Besuch kam genau zum richtigen Zeitpunkt, denn die Schülerinnen und Schüler standen vor der Wahl ihres Wahlpflichtfaches für die Klassen 7 bis 10. Ergänzend informierte ein Beratungsabend über die möglichen Schwerpunktfächer Biologie, Französisch, Informatik, Kunst, Technik und Sozialwissenschaften.
Auch Mathematik zeigte sich in diesem Schuljahr besonders vielseitig. Mehr als 40 Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgangsstufen 5 bis 10 nahmen am internationalen Känguru-Wettbewerb teil. Sie knobelten, kombinierten und suchten kreative Lösungswege. Unterstützt wurden sie dabei vom Förderverein, der kleine Stärkungspakete bereitstellte.
Ein außergewöhnliches Mathematikprojekt führte die fünften Klassen sogar in den Duisburger Zoo. Dort beobachteten die Kinder Tiere und analysierten die Größe und Gestaltung ihrer Gehege. Zurück in der Schule entstanden maßstabsgetreue Zoowelten. Größen mussten umgerechnet, Flächen berechnet und Grundrisse geplant werden. Gleichzeitig beschäftigten sich die Lernenden mit den Bedürfnissen der Tiere. Aus Mathematik, Biologie, Kreativität und Teamarbeit entstand so ein großes gemeinsames Projekt, das zeigte, wie lebendig und lebensnah Lernen sein kann.
Eine Schule, die füreinander da ist
Mit dem „Offenen Ohr“ schuf die Schülervertretung ein vertrauliches Gesprächsangebot für Mitschülerinnen und Mitschüler. Bei Streit, persönlichen Sorgen oder Problemen im Schulalltag konnten sich die Lernenden an engagierte Mitglieder der SV wenden. Zuhören, Respekt, Verschwiegenheit und gemeinsame Lösungssuche standen im Mittelpunkt. Dieses Angebot zeigte, dass Mitbestimmung an unserer Schule auch bedeutet, Verantwortung füreinander zu übernehmen.
Auch die Weihnachtszeit war von Mitmenschlichkeit geprägt. Die Klasse 6a beteiligte sich an der Aktion „Post mit Herz“ und gestaltete liebevolle Briefe für Bewohnerinnen und Bewohner eines Seniorenzentrums. Mit Zeichnungen, Sternen und persönlichen Worten entstanden kleine Zeichen der Verbundenheit zwischen den Generationen.
In der DS Klassen wurde es zur gleichen Zeit weihnachtlich und duftend. In vier Teams entstanden Schokokuchen, Plätzchen, Vanillekipferl, Haferflockenkekse und Nusstaler. Beim Backen wurden ganz nebenbei neue Wörter gelernt, Küchenutensilien kennengelernt und Arbeitsschritte gemeinsam bewältigt. Einige Lehrkräfte durften sich anschließend über selbst gebackene Geschenke freuen.
Unsere Schule öffnet ihre Türen
Am 13. Dezember präsentierte sich die Heinrich-Pattberg-Realschule beim Tag der offenen Tür interessierten Grundschulkindern und ihren Familien. Das Schulgebäude verwandelte sich in eine große Erlebnislandschaft. In Chemie wurden Münzen vergoldet, in Biologie mikroskopiert und in Mathematik geometrische Konstruktionen digital erprobt. In der Sporthalle wartete ein Parcours, während in der Schulküche gebacken wurde.
Besonders beliebt waren die von unseren Schülerinnen und Schülern geleiteten Kinderführungen. Die jungen Gäste konnten an verschiedenen Stationen Stempel sammeln und die Schule aus der Sicht der Lernenden kennenlernen. Das Bistro wurde zum Treffpunkt der Schulgemeinschaft: Die Deutschstartklassen boten ein internationales Buffet an, die zehnten Klassen verkauften Kaffee und Kuchen und der Förderverein präsentierte einen Weihnachtsbasar. So wurde der Tag der offenen Tür zu einem lebendigen Beispiel dafür, was durch Zusammenarbeit möglich wird.
Im Februar erhielten auch Kinder der St.-Marien-Grundschule einen persönlichen Einblick in das Schulleben. Schülerinnen und Schüler der Klasse 10b führten sie über das Gelände und unterstützten den Schnupperunterricht. Im Chemieraum wurde mithilfe eines Experiments ein geheimnisvoller Täter gesucht, während im Mathematikunterricht mit einer Geometriesoftware auf iPads gearbeitet wurde. Das Engagement der Zehntklässlerinnen und Zehntklässler machte deutlich, wie selbstverständlich an unserer Schule Verantwortung über die Jahrgangsstufen hinweg übernommen wird.
Berufsorientierung mit echten Einblicken
Das Schuljahr bot den älteren Schülerinnen und Schülern zahlreiche Möglichkeiten, berufliche Perspektiven kennenzulernen. Bei einem Workshop am Berufskolleg für Technik Moers arbeiteten Jugendliche der zehnten Klassen in einem professionell ausgestatteten Foto- und Druckstudio. Von der Fotografie über die digitale Bildbearbeitung bis zum Druck produzierten sie individuelle Plakate und lernten den Bildungsgang der gestaltungstechnischen Assistenz kennen.
Im Mai wurde es noch handwerklicher. Schülerinnen und Schüler der Technikkurse aus den Klassen 9 und 10 nahmen am Pilotprojekt „Eine Woche Handwerk“ teil. In den Bereichen Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Metallverarbeitung sowie Friseurhandwerk konnten sie selbst praktisch arbeiten. Ein besonderes Ergebnis waren Herzen aus Wasserleitungen, die passend zum Muttertag gestaltet wurden. Solche Erfahrungen helfen den Jugendlichen, eigene Fähigkeiten zu entdecken und fundierte Entscheidungen für ihre Zukunft zu treffen.
Abenteuer, Bewegung und Zusammenhalt
Die Klassenfahrt der sechsten Klassen führte nach Panarbora in Waldbröl. Vier Tage lang standen Natur, Sozialtraining und Gemeinschaft im Mittelpunkt. Beim Wandern, Tipibau, Bogenschießen und bei Kooperationsspielen waren Kommunikation, Rücksichtnahme, Mut und Vertrauen gefragt. Neue Freundschaften entstanden, vertraute Rollen veränderten sich und viele Kinder entdeckten bisher unbekannte Stärken.
Die Deutschstartklasse erlebte bei einem Wandertag, wie Sport Menschen verbinden kann. 23 Jugendliche aus zehn verschiedenen Ländern gingen gemeinsam bowlen und ließen den Tag mit einem Picknick im Moerser Schlosspark ausklingen. Dabei ging es weniger um Strikes als um gegenseitiges Anfeuern, Helfen und gemeinsames Lachen.
Bei den Bundesjugendspielen am Solimare zeigten die Jahrgänge 5 bis 9 ihr Können in Sprint, Sprung und Weitwurf. Die zehnten Klassen unterstützten als Kampfrichterinnen und Kampfrichter, während Sporthelfer und Schulsanitätsdienst für einen sicheren Ablauf sorgten. Neben sportlichem Ehrgeiz bestimmten Fairness, gegenseitige Motivation und gute Stimmung den Tag.
Auch beim Schulradeln stand Bewegung im Zeichen der Gemeinschaft und des Klimaschutzes. Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrkräfte und Unterstützende waren dazu aufgerufen, möglichst viele Alltagswege mit dem Fahrrad zurückzulegen und gemeinsam Kilometer für eine nachhaltigere Mobilität zu sammeln.
Unsere Schule verändert sich
Nicht nur die Menschen, auch das Schulgelände befand sich in Bewegung. Die Neugestaltung des Schulhofes und die Sanierung des Altbaus schritten sichtbar voran. Neue Wege, Grünbereiche und Aufenthaltsmöglichkeiten wurden vorbereitet. Im Altbau entstanden moderne Klassen- und Differenzierungsräume sowie eine neue Mediathek.
Die vorübergehenden Bauzäune, Umwege und Geräusche verlangten der Schulgemeinschaft Geduld ab. Gleichzeitig ließen sie erahnen, welche neuen Möglichkeiten entstehen: helle, flexible Räume für gemeinsames und individuelles Lernen sowie ein Schulhof, der stärker als Lebens-, Bewegungs- und Begegnungsraum genutzt werden kann. Aus vielen einzelnen Baustellen wächst so eine moderne Schule für die Zukunft.
Nachhaltigkeit wird sichtbar
Einen der großen Höhepunkte des Schuljahres bildete das Sommerfest der Initiative Zukunft. Die Klassen 5 bis 7 präsentierten Projekte zu Müllvermeidung, Lebensmittelverschwendung, Upcycling, Klimaschutz, Insekten und einer grüneren Gestaltung des Schulhofes. Besonders spannend war ein Klima-Escape-Room, in dem die Gäste gemeinsam Rätsel zu Ursachen und Folgen des Klimawandels lösen mussten.
Die Schülerinnen und Schüler erklärten selbstbewusst ihre Modelle, führten Experimente vor und luden die Besucherinnen und Besucher zum Mitmachen ein. Spiele, sportliche Angebote, Essen und Getränke machten das Sommerfest gleichzeitig zu einem Fest der gesamten Schulgemeinschaft. Unterstützt wurde die Initiative unter anderem durch KliMo Moers und den Förderverein.
Das Sommerfest machte sichtbar, was die Initiative Zukunft das ganze Jahr über vermittelt: Nachhaltigkeit ist kein abstraktes Thema für später. Sie beginnt heute – mit einer Frage, einer Idee und der Bereitschaft, selbst Verantwortung zu übernehmen.
Abschied, Stolz und ein neuer Anfang
Für die zehnten Klassen begann das Ende ihrer Schulzeit mit einer bunten Mottowoche. Beim traditionellen Jux-Tag verwandelte sich die Sporthalle in eine große Bühne. Gesang, Tanz, Klavierspiel, Akrobatik und weitere Talente sorgten für Begeisterung. Es folgten gemeinsame Ausflüge ins Phantasialand und an den Toeppersee – letzte Gelegenheiten, als Jahrgang zusammenzukommen und Erinnerungen zu sammeln.
Am 2. Juli 2026 erreichte das Schuljahr schließlich seinen emotionalen Höhepunkt. In der festlich geschmückten Sporthalle erhielten die Schülerinnen und Schüler der Klassen 10a bis 10d ihre Abschlusszeugnisse. Reden der Schulleitung und der Schülersprecherinnen, eine Aufführung der Akrobatik-AG und ein musikalischer Beitrag von Frau Ehrke begleiteten die Feier.
Mit der Zeugnisübergabe endete für die Jugendlichen ein wichtiger Lebensabschnitt. Hinter ihnen lagen Jahre des Lernens, der Veränderungen, der Freundschaften und gemeinsamen Erlebnisse. Vor ihnen öffneten sich neue Wege – in die gymnasiale Oberstufe, an ein Berufskolleg, in eine Ausbildung oder in weitere Bildungsangebote.
Während ein Jahrgang die Schule verließ, kündigte sich bereits der nächste an. Am 6. Juli durften die zukünftigen Fünftklässlerinnen und Fünftklässler erstmals HPR-Luft schnuppern. Sie begegneten ihren neuen Klassenleitungen, erkundeten ihre künftigen Räume und erhielten eigene Klassenmaskottchen. Aus fremden Gesichtern und unbekannten Fluren entstand so langsam ein erstes Gefühl des Ankommens.
Ein Schuljahr, das verbindet
Das Schuljahr 2025/2026 hat gezeigt, wie vielfältig Schule sein kann. Unsere Schülerinnen und Schüler haben gerechnet und gebaut, diskutiert und geforscht, gekocht und geschrieben, geradelt und geklettert. Sie haben Verantwortung für sich selbst, füreinander, für unsere Demokratie und für unsere Umwelt übernommen.
All diese Erlebnisse wären ohne das Engagement vieler Menschen nicht möglich gewesen. Unser Dank gilt den Schülerinnen und Schülern, den Lehrkräften, der Schulleitung, den Eltern, der Schülervertretung, dem Förderverein, der Schulsozialarbeit, den Kooperationspartnern und allen Helferinnen und Helfern, die unser Schulleben begleitet und bereichert haben.
Mit dem Kastanienfest für aktuelle und ehemalige Kolleginnen und Kollegen endet schließlich ein bewegtes Schuljahr. Was bleibt, sind unzählige Erinnerungen – und die Gewissheit, dass die Heinrich-Pattberg-Realschule weit mehr ist als ein Ort des Unterrichts. Sie ist ein Ort des Miteinanders, der Chancen und der Zukunft.
Wir blicken stolz auf dieses besondere Jahr zurück und freuen uns auf alles, was vor uns liegt. Wir wünschen der gesamten Gemeinschaft der HPR schöne und erholsame Sommerferien! Wir sehen uns am 02.09.2026 wieder!























