Skip to main content

Zoos im Mathematikunterricht – Klasse 5 baut maßstabsgetreue Tierwelten

By 19. Juni 2026Allgemein

Wie groß muss eigentlich ein Gehege für Giraffen sein? Wie viel Platz braucht ein Tiger? Und wie zeichnet man einen Zoo so, dass am Ende alles maßstabsgetreu zusammenpasst? Mit genau diesen spannenden Fragen beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 5 in einem besonderen Mathematikprojekt: Sie planten und bauten ihren eigenen Zoo.

Was zunächst nach Basteln, Kleben und Gestalten klingt, war in Wirklichkeit ein anspruchsvolles mathematisches Projekt, bei dem die Lernenden zeigen konnten, was sie im Unterricht gelernt hatten. Im Mittelpunkt standen das Umwandeln von Größen, das Arbeiten mit Maßstäben sowie die Berechnung von Rechtecken und Quadraten. Statt diese Inhalte nur in Heft und Buch zu üben, durften die Schülerinnen und Schüler sie in einem echten Projekt anwenden. Die letzte Klassenarbeit des Schuljahres wurde dadurch durch eine kreative Projektarbeit ersetzt und von Frau Hummes und Herrn Gutounik als Mathematiklehrkräfte begleitet.

Der Startschuss für das Projekt fiel nicht im Klassenraum, sondern im Duisburger Zoo. Dort konnten die fünften Klassen erleben, wie vielfältig Tierhaltung ist und wie unterschiedlich die Bedürfnisse einzelner Tierarten sein können. Bei ihrem Besuch sammelten die Schülerinnen und Schüler wichtige Eindrücke und Informationen: Welche Tiere leben in welchen Gehegen? Wie groß wirken die Anlagen? Welche Bereiche brauchen Tiere zum Klettern, Laufen, Schwimmen, Ruhen oder Verstecken? Schnell wurde klar: Ein Zoo ist viel mehr als eine Sammlung von Gehegen. Hinter jeder Anlage stecken genaue Überlegungen.

Zurück in der Schule begann die eigentliche Planungsphase. Nun wurde gerechnet, gezeichnet, gemessen und verglichen. Die Lernenden erstellten zunächst Grundrisse für ihren Zoo. Dabei mussten sie überlegen, wie groß die einzelnen Gehege in Wirklichkeit sein sollten und wie diese Größen sinnvoll in einen Maßstab übertragen werden konnten. Aus Metern wurden Zentimeter, aus echten Flächen wurden Modellflächen, und aus mathematischen Rechnungen entstanden nach und nach erste Baupläne.

Jede Schülerin und jeder Schüler setzte sich besonders intensiv mit einem Tier oder einem eigenen Gehege auseinander. Dabei ging es nicht nur darum, irgendeine Fläche zu berechnen. Die Lernenden mussten sich auch fragen, ob die gewählte Größe zu dem Tier passt. Braucht das Tier viel Auslauf? Benötigt es Wasserflächen, Klettermöglichkeiten oder Rückzugsorte? Wie kann man ein Gehege gestalten, damit es möglichst artgerecht wirkt? So verband das Projekt mathematisches Arbeiten mit biologischem Wissen, Kreativität und Verantwortungsbewusstsein.

Nach der Planungsphase wurde aus den einzelnen Ideen Schritt für Schritt ein gemeinsamer Zoo. Die Gehege wurden gebaut, gestaltet und schließlich zu einer großen Anlage zusammengefügt. Dabei entstanden beeindruckende Zoowelten mit Wegen, Grünflächen, Wasserbereichen, Besucherzonen und vielen kleinen Details. Manche Gruppen gestalteten liebevoll Futterstellen, andere bauten Teiche, Bäume, Zäune oder Informationsschilder. So wurde aus Mathematik ein Erlebnis zum Anfassen.

Besonders spannend war, dass jedes Gehege Teil eines größeren Ganzen wurde. Die Schülerinnen und Schüler mussten also nicht nur ihr eigenes Projekt im Blick behalten, sondern auch darauf achten, dass alle Teile zusammenpassen. Wege mussten sinnvoll verlaufen, Gehege mussten aneinander anschließen und der gesamte Zoo sollte am Ende wie eine echte Anlage wirken. Dabei waren Teamarbeit, Genauigkeit und gute Absprachen gefragt.

Neben dem Bau des Zoos bestand das Projekt aus weiteren Aufgaben. In einem zweiten Teil bearbeiteten die Lernenden verschiedene kontextgebundene mathematische Aufgaben rund um das Thema Zoo. Hier konnten sie noch einmal zeigen, dass sie Größen sicher umwandeln, Flächen berechnen und mathematische Fragestellungen aus Alltagssituationen lösen können.

Den Abschluss bildeten die Präsentationen. Die Schülerinnen und Schüler stellten ihren Zoo den Mitschülerinnen und Mitschülern vor und erklärten, welche Tiere sie ausgewählt hatten, wie ihre Gehege entstanden waren und welche mathematischen Überlegungen dahintersteckten. Dabei wurde deutlich, mit wie viel Mühe, Fantasie und Begeisterung die Lernenden gearbeitet hatten.

Das Projekt zeigte eindrucksvoll, dass Mathematik weit mehr sein kann als Zahlen und Formeln. Sie hilft dabei, reale Probleme zu lösen, Pläne zu entwickeln und Ideen Wirklichkeit werden zu lassen. Die Schülerinnen und Schüler konnten erleben, dass Maßstab, Flächenberechnung und Größenumwandlung nicht nur Unterrichtsthemen sind, sondern im echten Leben eine wichtige Rolle spielen.

Alle Lernenden hatten große Freude an dieser besonderen Projektarbeit. Mit viel Einsatz, Kreativität und Teamgeist entstanden am Ende einzigartige Zoos, auf die die fünften Klassen sehr stolz sein können.